Sonntag, 25. September 2011

Heute wäre Bennos 11. Geburtstag ...

Ostern 2010 war die Welt noch (fast) in Ordnung.
Heute vor genau 11 Jahren kam unser Benno auf die Welt. Eine wundervolle Mischung von einer Golden-Retriever-Hündin und einem Cockerspaniel-Mischling. Ihm widmete ich vor knapp einem Jahr meinen ersten richtigen Blogpost

Benno in jungen Jahren vor einem Weizenfeld.
Heute wäre er 11 Jahre alt geworden. In zwei Tagen ist es 1 Jahr her, dass er eingeschläfert wurde. Er durfte bloß 10 Jahre und zwei Tage lang leben. Ein wirklich kurzes Alter.

Zusammen mit unserer Katze Strolchi in dem Bereich, welcher mittlerweile zur Terrasse umgebaut wurde.
Und obwohl sein Tod mittlerweile 363 Tage her ist, ist es immernoch genau so schwer wie am Anfang. Ich bin mit ihm groß geworden, habe mit ihm meine Kindheit erlebt. Er fehlt mir so. ...

Der junge Benno und im Hintergrund unsere Katze mit ihren leuchtenden Augen.
Ich weiß noch genau wie der Tag ablief. Montagmorgen am 27.09.2010 um 10 Uhr wollte die Tierärztin kommen. Mit Tränen in den Augen stande ich am Fenster und sah, wie ihr Auto vor unserem Haus parkte. In spätestens 30 Minuten ist alles vorbei, dachte ich mir.

Benno hatte viele Eigenschaft. Ob als Hüter der Küken ...
Die nachfolgenden Sekunden, Minuten zogen sich in die Länge. Ich saß heulend oben in meinem Zimmer, während meine Eltern unten im Hof waren und Benno in seinen letzten Minuten begleiteten. Passend zur Stimmung regnete es in Strömen. Als ob der Himmel wegen ihm weinte...

... Aufpasser der fressenden Katzen ...
Es war das reinste Dilemma. Einerseits wollte ich nicht dass er von uns geht, andererseits wollte ich auch nicht, dass er weiter leiden muss. Benno war krank, wenn wir ihn nicht hätten einschläfern lassen, wäre er in den nächsten Monaten qualvoll erstickt. Es ist so traurig, doch wer würde das seinem Hund schon antun wollen?

... oder als Fotomodel in einem (fast) Stillleben. ♥
Es dauerte nicht lange bis er einschlief, so schwach war er schon. Vor einem halben Jahr ist er noch fröhlich durch den Hof gesprungen. Wie konnte es nur so weit kommen und warum gerade er? Warum durfte er nicht wie viele andere Hunde auch ca. 15 Jahre alt werden?
Dieser Post ist nicht leicht für mich. =(

Winter 2009/2010 ging es ihm noch so gut. 
Ungefähr 15 - 20 Minuten später sah ich meine Eltern dann vom Zimmerfenster aus. Die Tierärztin war bereits weggefahren. Mama und Papa trugen den leblosen Benno, eingerollt in einer Decke, zu seinem Grab, um ihn anschließend zu beerdigen.

Lieblingsplatz Nr. 1: AUF der Hundehütte.
An der Stelle wo Benno nun begraben liegt, haben wir einen Zierkirschensetzling hingepflanzt. Im Frühling trägt er wundervolle pinke Kirschblüten und im Herbst rote Blätter.
Ein besonderer Baum, für einen besonderen Hund. 

Lieblingsplatz Nr. 2: Im wärmenden Stroh unter dem Kaninchenstall.
Keine tausend Worte können beschreiben, wie sehr du uns fehlst.
Auch wenn ich eigentlich nicht an so etwas glaube, beruhigt mich es sehr daran zu denken, dass du nun irgendwo bist, wo es dir gut geht.

Lieblingsplatz Nr. 3: Bennos Höhle neben der Treppe, in der es im Sommer angenehm kühl für ihn war.
Du hattest ein schönes Leben. Du warst Teil unserer Familie, mein kleiner Bruder, hattest immer viel Auslauf, lerntest viele nette Menschen kennen und durftest immer bei uns sein. Nun bist du ein Hunde-Engelchen, das auf uns aufpasst. 

An seiner Nase sieht man genau, dass er wieder mal Mamas Blumenbeet umgegraben hat.
Er war ein toller Hund, doch er hat manchmal so viel Unfug angestellt. Als Welpe hat er gern unsere Schuhe versteckt und sie manchmal auch als kleine Zwischenmahlzeit missbraucht.

Er hört fremde Hunde, die an unserem Grundstück vorbeilaufen.
Es dauerte auch eine Weile ihm beizubringen, dass er Leute mit seinen matschigen Pfötchen nicht anspringen darf. Egal wie sehr er sich über sie freut.

Auf der Bank, mit einem Kissen unter dem Köpfchen, schläft sich's doch am bequemsten.
Eines Tages hat Papa unten im Hof ein paar Bockwürste gegrillt. Während er mir zwei Stück hoch ins Zimmer brachte, bediente sich Benno an den restlichen Würstchen, die Papa eigentlich essen wollte. Nach dieser Aktion war Papa echt sauer.

Auch diese Position ist äußerst bequem.
Auch eine sehr beliebte Aktivität war das Verbuddeln von altem Brot, welches wir für unsere Kaninchen trocknen ließen. Ausgerechnet in Mamas Blumenbeeten oder Pflanzkübeln. Man muss sich doch einen Vorrat für schlechte Tage anlegen.
Mama war allerdings nicht sehr begeistert von diesem Fund.

Ausnahmsweise mal kein Blumenbeet oder Pflanzkübel.
Süß war es auch, als er sich auf unseren Holztisch im Hof legte und dort schlief. Im Winter schützte ihn das Holz wohl ein wenig vor der Kälte. Man erwischte ihn meistens dort, wenn man gegen Abend oder sehr früh morgens aus dem Fenster sah. Manchmal verrieten ihn auch seine schlammigen Pfotenabdrücke am nächsten Tag.

Benno der Welpe und das kleine Kätzchen Strolchi im Jahre 2001. Beide noch nicht mal 1 Jahr alt. 
Im Herbst spielte er immer mit zusammengerollten Igeln. Dass diese ihn dabei in seine Nase stachen, war ihm wohl egal. Er dachte wahrscheinlich es wären irgendwelche Eindringlinge, denn er bellte sie ununterbrochen an.

Hund und Katze beim gemeinsamen Mittagsschläfchen.
Fremde Tiere wurden auf unserem Grundstück nicht geduldet. Vorallem keine herumstreunenden Katzen. Unsere Katzen wurden akzeptiert, schließlich gehörten sie zu unserem Hof. Aber wehe er sah Nachbars Katze bei uns, dann wurde sie lautstark verjagt.

Schnäuzchen 
Doch er hatte weit mehr als nur Unfug im Kopf. Bei der Fütterung kam es manchmal vor, dass ein Kaninchen aus dem Stall hüpfte. Aber kein Problem: Benno spürte das Häschen auf, legte seine beiden Pfötchen darum und sein Maul darauf.

Irgendetwas war, kurz bevor das Bild geschossen wurde, total lecker. 
Das Kaninchen überlebte selbstverständlich. Allerdings musste es sich danach erstmal von dem Schock erholen, denn Benno schleckte es währenddessen liebevoll ab. Das Kaninchen hatte Todesangst und dachte sicher, es wäre sein Ende.

Benno beim Spielen mit seinem Quietscheball.
Egal wo, er war immer an unserer Seite. Vor Gewitter und Silvester hatte er tierische Angst und wir mussten immer aufpassen, dass er sich nicht durch die Tür mit ins Haus quetschte. Er hatte genug Platz im Hof und konnte sich bestens in der Scheune verstecken, doch am liebsten wäre er mit zu uns ins Haus gekommen.

Da streckt er sich ganz genüsslich. 
Als Papa jedoch mal Holz gesägt, gebohrt oder sonstigen extremen Lärm gemacht hat, machte das Benno merkwürdigerweise nichts aus. Stattdessen legte er sich in seine Nähe und passte auf, dass Papa alles richtig macht.

Benno hat etwas Verdächtiges gehört und versucht nun, dieses Geräusch zu orten. 
Du warst immer für mich da als es mir schlecht ging. Du war ein toller Hund. Deswegen ist es so schade, dass du vor einem Jahr von uns gegangen bist.

Gemütlich eingerollt liegt er unter unserem Tisch.
Benno, Freund, Brüderchen, Goldlöckchen, Blonde Rakete mit Fellüberzug, Brotverbuddler, Kuscheltier, Blonder Engel, Sabberschnäuzchen, Spürnase, Kaninchenretter, Vorrat-für-schlechte-Tage-anleger, Mamas Gartengestaltungshilfe ...
Du wirst immer in unseren Gedanken bleiben. Wir werden dich niemals vergessen! 



Kommentare:

  1. Eigentlich ist 10 Jahre ein gutes Alter, aber natürlich ist es immer noch zu kurz :( Ein wunderschöner Hund und tolle Bilder von ihm!

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  2. Sehr schöner Artikel und ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst. Auch ich habe schon einige Haustiere zu Grabe getragen und mir fällt es jedes Mal schwer und heule tagelang Rotz und Wasser. Eine Hundebeziehung ist natürlich nochmal was anderes als es meine Rennmäuse für mich sind. Dennoch werden die nur 3 Jahre alt und jedes Mal bin ich so traurig. Glücklicherweise hatte ich schon Rennmäuse, die 4 oder 5 Jahre alt wurden. Natürlich war das am Ende noch schlimmer...
    Es tut mir so leid für dich - wie du sagst, bist du mit ihm aufgewachsen. Das ist dann natürlich noch trauriger.

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  3. Hier zu Hause haben wir Rotz und Wasser geheult, aber wir wissen das es richtig war unseren Freund vor dem langsamen Ersticken zu bewahren. So ist er friedlich bei uns eingeschlafen... Der Benno-Baum wird uns immer an die Zeit mit dem Blonden erinnern. Schön geschrieben und eine würdige Erinnerung.

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  4. Das hast du wunderschön geschrieben. Unser Kater ist im April letztes Jahr auch eingeschläfert wurden und es war schlimm. Mich hat damals der Gedanke an die Regenbogenbrücke getröstet, auch wenn ich eigentlich nicht an so etwas glaube.
    sie warten übrigens dort auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke auf uns :)
    Ich drück dich mal.
    Behalte ihn so, wie du es hier ja schon gemacht hast, in Erinnerung.

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  5. man sieht, daß er ein tolles leben voller liebe hatte - nur das zählt, ich drück dich!

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  6. ein wirklich gefühlvoller post. tolle bilder. super beschreibungen.


    hut ab.

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  7. Süße Bilder und rührend erzählt...Er hatte anscheinend ein tolles Leben

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  8. Ich wünschte Katzen und Hunde könnten uns unser ganzes Leben lang begleiten. Wundervolle Geschichten, die du da erzählst. :D Ich hätte Benno gerne mal getroffen.

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  9. Wir hatten lange Jahre auch einen Hund, der schließlich an einem Tumor gestorben ist :(. Vor Gewittern und Silvester hatte er auch immer schreckliche Angst und sich unter unserem Esstisch versteckt :). Euer Hund war wirklich süß. Ich liebe Golden Retriever. Wir finden bestimmt noch mehr Gemeinsamkeiten :). Ich hab die restlichen vier Tage nächste Woche auch noch Urlaub.
    Mela♥licious

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  10. Das Problem ist, ich gehe nie/selten in mein Facebook und hatte auch vor es zu löschen. Es würde nichts bringen. Ich bin da nie drin. :/

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  11. Och gotti so süß :)
    <3 <3 <3
    Danke für deinen Lieben Kommentar.
    Liebste Grüße von Katharina <3

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  12. Du hast echt viele schöne fotos von deinem Hund.
    wir haben nicht so viele fotos von unserer mietz.

    Vorallem hast du ein sehr schönes zuhause. Wir kommen eigentlich aus norddeutschland mussten aber nach süddeutschland ziehen wegen arbeit. wenn wir noch oben wohnen würden hätten wir sicher auch ein schönes großes Haus.
    Hier in Stuttgart und umgebung sind die wohnkosten jedoch imens hoch, dass wir uns ein haus nicht richtig leisten können...

    Mietz hatte am anfang auch immer totale panik vor lauten geräuschen und ist geflüchtet, später ging es dann viel besser, da hat es sie auch nicht gestört, wenn man mit ner tüte geknistert hat.

    Vor einem hatte sie aber trotzdem angst. vor männern die stehen. wenn sie saßen, dann war es okay, aber wehe sie gingen oder standen. dann war sie sofort weg.

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